Aus der Chronik von Dietzenrode

Das Dorf Dietzenrode war ursprünglich Eigentum der Abtei Fulda. Es wurde erstmals urkundlich im Jahr 1288 erwähnt als „ in villa dicta Detherode“. Eine frühere Erwähnung im Jahr 1256 ist leider urkundlich nicht belegbar.
Der Name des Dorfes wird abgeleitet vom Namen „Diterich“.
Der Ortsname änderte sich in Laufe der Zeit folgendermaßen: Tyskynrode (1297) – Tyzenrode
(1353) – Diezenrode (1357) – Titzenrode (1461) – Diezenroda (1583).

Wie bereits erwähnt war Dietzenrode ursprünglich Eigentum der Abtei Fulda. Diese Abtei gab das Dorf als Lehen zur Hälfte an die Grafen von Eberstein (seit dem 13. Jahrhundert) und an die Landgrafen von Hessen. 1357 belehnte der Abt von Fulda die von Hanstein mit dem Dorf zu Tyzenrode, die es 1374 als gesamtes Dorf übernahmen.

Im Jahr 1376 wurde das Dorf von Landgraf Hermann von Hessen überfallen und ausgeraubt, aber erst 1583 entsagte Hessen alle Ansprüche auf das Dorf.

Streitigkeiten gab es aber immer wieder. So gab es 1578 einen Streitfall, bei dem ein Toter aus der Dietzenröder Kirche entführt wurde und in Allendorf beigesetzt wurde.
Über diesen Vorfall berichtete im August 2004 Thomas T. Müller in der „Thüringer Allgemeinen“ folgendes:
„Wahlhausen. Im 14. und 15. Jahrhundert kam die Hälfte des kleinen Ortes an der Werra nach und nach als Lehen der Grafen von Everstein bzw. nach deren Aussterben ab 1408 der Herzöge von Braunschweig in den Besitz der eichsfeldischen Familie von Hanstein. Allerdings hatte auch Hessen bereits im 14. Jahrhundert Ansprüche auf Waldesa, wie Wahlhausen damals noch genannt wurde, geltend gemacht. Die hessischen Landgrafen zählten den Ort zum Stadtgebiet Allendorfs, welches sie seit 1264 ihr Eigentum nannten.
Diese vermeintlichen Ansprüche hatte der Landgraf allem Anschein nach durch die militärische Besetzung des Ortes auch durchsetzen lassen. Denn trotz der erwähnten Belehnung durch die Evensteiner scheinen die Hansteiner in Wahlhauen in der zweiten Hälfte des 14. und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wenig Einfluss gehabt zu haben. Erst am Martinstag 1461 gab Landgraf Ludwig III. von Hessen den Ort den Hansteinern zurück und wies dessen Bewohner zum Gehorsam gegenüber dem Eichsfelder Adelsgeschlecht an.
Dennoch hatten die Hessen ihre Ansprüche auf Wahlhausen noch nicht gänzlich aufgegeben. Am 29. Mai 1539 erschienen zwei Kommissare Landgraf Philipps von Hessen in Allendorf und verlangten schriftlich von den Hansteinern die Vorlage von „Copeyen von Brief und Siegel über das Dorf Wahlhausen“, da sie befänden, dass „ das Dorf seiner Fürstlichen Gnaden zu Hessen zustehe“.
Während diese Ansprüche erneut abgewiesen werden konnten, brach der Konflikt nach einem Mord im ebenfalls von Hessen beanspruchten Dorf Dietzenrode im adligen Gericht Hanstein vier Jahrzehnte später wieder aus. Am Sonnabend, dem 6. April 1578 hatten mehrere Allendorfer Bürger in Dietzenrode gezecht und gegen Abend das Dorf verlassen. Wenig später fanden einige Bauern einen der Zecher, Hans Müller, wenige hundert Meter vom Dorf entfernt tot auf. Daraufhin brachten sie ihn in die Dietzenröder Kirche und informierten ihre Herren von Hanstein über den Vorfall. Noch in der Nacht wurde der Leichnam jedoch aus der Kirche entführt und nach Allendorf gebracht. Die von Hanstein forderten diesen am 7. April in einem Brief an den Rat der Stadt Allendorf zurück, um den Täter zu ermitteln und Gericht zu halten. Diese Forderung wurde jedoch nicht erfüllt und der Leichnam, ohne Untersuchung in Allendorf beigesetzt. Über dieses Vorgehen, welches natürlich die Zuständigkeit des Hansteiner Gerichtes unterlief, informierte der Oberamtmann des Eichsfeldes, Lippolt von Strahlendorf, am 9. Juni 1578 empört den Mainzer Kurfürsten, der seinerseits mit einer Beschwerde beim Hessischen Landgrafen reagierte.
Erst im Jahr 1583 wurden die zahlreichen eichsfeldisch - hessischen Streitigkeiten in verschiedenen Verträgen endgültig geregelt. Der wohl bedeutendste von diesen wurde am 8. September 1583 zwischen dem Kurfürsten von Mainz und Landesherrn des Eichsfeldes, Wolfgang von Dalberg, und den Landgrafen von Hessen besiegelt. Jener Vertrag markierte den Endpunkt der teilweise über 200 Jahre währenden Konflikte. ...“ 

Dietzenrode gehörte bis 1849 zum Gesamtgericht Hanstein. Es war bekannt als hansteinisches Gerichtsdorf.